06.05.2025
Verantwortlich für die Gefühle
der Anderen
Warum Du das liebevoll und entspannt sein lassen darfst.

„Ich bin verantwortlich dafür, wie sich meine Mitmenschen fühlen.“
Uff. Schon beim Lesen dieses Satzes wird Atmen schwer. Klingt ganz schön anstrengend, oder 🫣😮💨?
Und trotzdem leben viele von uns, oft unbewusst, nach genau diesem inneren Motto. Wir versuchen, es allen recht zu machen, „Harmonie“ zu schaffen und die Stimmung anderer zu lenken.
Doch wenn wir ehrlich sind: Dieses Abenteuer namens „Verantwortung für die Gefühle anderer“ ist zum Scheitern verurteilt. Außer vielleicht bei lovely little Kids. Das ist eine andere Geschichte.
Hier und heute sprechen wir darüber, woher dieses Muster kommt, warum es uns so erschöpft – und vor allem, wie Du mit Leichtigkeit in Deine eigene Verantwortung zurückfindest.
Wie erkennst Du, dass du gerade Verantwortung für Andere übernommen hast?
Diese Gedanken & Gefühle sind erste Hinweise darauf, dass du vielleicht versuchst, etwas zu steuern, das nicht in deinem Aufgabenbereich liegt: die Gefühle anderer.
Woher kommt dieses Verhalten eigentlich?
Wie so viele Muster beginnt auch dieses in unserer Kindheit 👼🏻:
Baby lacht → Mama & Papa freuen sich.
Baby weint → Mama & Papa sind traurig, hilflos oder überfordert.
Unser kindliches Gehirn zieht einen logischen Schluss:
„Mein Verhalten hat einen Einfluss auf die Gefühle meiner Eltern. Also bin ich (alleine) verantwortlich dafür, wie es Mama & Papa geht.“
Und es schlussfolgert weiter:
„Und weil meine Überlebenschancen am größten sind, wenn ich sicher und geborgen bin, mache ich jetzt alles dafür, dass Mama & Papa mir diese Sicherheit geben können. Mama & Papa können das am Besten, wenn es ihnen gut geht. Also kümmere ich mich vor allem um die Gefühle der beiden. „
Bis zu einem gewissen Grad sind diese Annahmen korrekt. In ihrem ganzem Ausmaß stellen sie ein Missverständnis dar, welche uns heute Energie und Zeit raubt.
Denn: Unsere Worte und Handlungen können Gefühle beeinflussen, aber nicht verursachen. Feiner Unterschied mit großer Wirkung.
In der Gefühlsgleichung unserer Mitmenschen stecken nämlich noch viel mehr Variablen. Variablen, die wir wir nicht kennen, nicht steuern und sicherlich nicht für unser Gegenüber lösen können.
Welches Ziel verfolgen wir bei dem Versuch die Verantwortung für Andere zu übernehmen?
Damals, wie heute gedeihen wir in einem Umfeld am besten, das sich sicher und wertschätzend anfühlt. Wir brauchen Sicherheit, Zugehörigkeit und Wertschätzung, um zu überleben. Klingt wild. Ist echt wahr 😳🤯.
Unsere Erfahrungen aus der Kindheit haben uns gezeigt, dass gute Gefühle bei unseren Mitmenschen, ein gesundes Umfeld für uns bedeuten. Also tun wir einiges dafür, um diese guten Gefühle in unseren KollegInnen, ParterInnen oder Eltern zu erzeugen. Wir steuern die Stimmung im Raum, passen uns an, verbeigen uns – und verlieren dabei uns selbst ein Stück weit.
Der Preis? Frust, Erschöpfung und der ständige Versuch, Kontrolle über etwas zu erlangen, das nicht in unserem Machtbereich liegt.
Warum es nicht hilft, die Verantwortung für andere zu tragen
Und das klingt jetzt vielleicht erstmal provokant: Es ist nicht deine Aufgabe die Verantwortung für die Gefühle Anderer zu übernehmen. Weder Du, noch ich haben die Skills dafür.
Und am Ende sind alle müde und frustriert, statt happy und entspannt. Don’t get me wrong. Ich bin die Letzte, die nicht an Wunder glaubt. Und ich bin gerne realistisch.
Ich bin überzeugt, dass du einen bunten Blumenstrauß an Fähigkeiten und ein großes Herz hast. Und trotzdem – oder gerade deshalb – kannst du diese Verantwortung nicht übernehmen 🌺🫰🏻.
Deswegen nochmal der gentle Reminder: Dein Job ist es, Dich um Dich Selbst zu kümmern. Verantwortung für Dich zu übernehmen. Deine Aufgabe ist es, Deinen inneren Zustand zu managen & Deine Bedürfnisse zu kennen. Und dann aus dieser Kraft heraus mit anderen in Kontakt zu treten.
Mal was Neues: authentische Eigenverantwortung
Wir haben Verantwortung oft mit Schwere und Kontrolle verbunden. Dabei kann sie ganz leicht sein. Spielerisch sogar. Wenn sie bei uns beginnt.
Statt also zu versuchen, das Klima um dich herum zu regulieren, lade ich dich ein, bei Dir Selbst anzusetzen. Denn da hast Du den größten Gestaltungsspielraum. Hier liegt Deine größte Power, um echte Sicherheit, Zugehörigkeit und Wertschätzung zu erschaffen.
Und keine Sorge: Das ist nicht dieses schwere, kontrollierende „Ich muss jetzt alles richtig machen“-Verantwortungskonzept. Es ist eher ein liebevoller, leichter Weg, Dich Selbst zu stärken.
Du fragst dich jetzt bestimmt, wie du authentischen Eigenverantwortung in der Praxis leben kannst. Let’s check.
Drei kleine Schritte in Richtung Eigenverantwortung
Spoiler: Du musst Dich dafür nicht mal großartig bewegen. Nur stehen bleiben und Dir Selbst zuhören. Okay. Vielleicht ist ein ganz leichter Stretch notwendig.
#1 Stopp Action
Wenn Du merkst, dass Du gerade wieder in eine Verantwortungsfälle läufts, bleib stehen. Atme durch. Smile (auch wenn nur in Gedanken). Sei neugierig 🤭🔎.
Ah, interessant. Irgendwas läuft hier gerade wieder.
#2 Start Self Check-In
Beginne Dir folgende Fragen zu stellen und interessiert zu beobachten, welche Antworten aufkommen.
#2 Explore Needs
Im dritten Schritt gehst Du eine Stufe tiefer. Du beginnst die Hintergründe für Deine Gedanken & Gefühle zu erforschen. Die folgenden Fragen können Dir dabei helfen:
Allein diese kleine innere Reflexion bringt Dich in einen Austausch mit Dir. Ohne große Tools. Nur mit Deiner Präsenz. Probier’s doch einfach mal (mit Gemütlichkeit 🐻).
Beginne bei Dir. Und beobachte, was passiert.
Du wirst feststellen: Je mehr Du auf Dich schaust, desto unabhängiger wirst Du von den Höhen & Tiefen deines Umfelds. Das entspannt Dich und Dein Umfeld. Ciao Erschöpfung und Frust.
Wenn Du Dich Selbst sicher fühlst, beginnst Du Dich sicher und gelassen zu führen. Les‘ den Satz nochmal. Denn genau darin liegt Deine Wirkung.
Also: Lass los, was nicht in Dein Aufgabenfeld gehört. Erschaffe in Dir, das Umfeld, was Du brauchst.
Eigenverantwortung darf leicht sein. Und sie darf sogar Spaß machen.
👉🏻 Wenn Du lernen willst, wie sich Eigenverantwortung nicht nach Pflicht, sondern nach Leichtigkeit anfühlt und welche Bedürfnisse gerade bei dir nicht erfüllt sind – dann bist Du bei mir genau richtig.